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Wasserrettung neu gedacht

Klimagefahrenstaffel

Mit der Klimagefahrenstaffel baut die DLRG Ortsgruppe Quakenbrück im Artland e.V. eine spezialisierte Wasserrettungseinheit auf, die besonders auf Hochwasser, Starkregen und andere Extremwetterlagen vorbereitet ist. Unsere Motivation entstand aus der Erfahrung, dass solche Ereignisse zunehmend Menschenleben, Tiere, Infrastruktur und sensible Naturräume gleichzeitig gefährden. Die Staffel soll deshalb nicht nur retten, sondern mit spezieller Ausrüstung wie Ölsperren und Bindemitteln auch Umweltschäden frühzeitig eindämmen. Zugleich setzen wir mit einem emissionsarmen Einsatzfahrzeug, einem recycelbaren Rettungsboot und langlebiger Ausrüstung auf einen ressourcenschonenden Bevölkerungsschutz.

Eine Einheit für neue Gefahrenlagen

Wir verbinden schnelle Wasserrettung mit aktivem Umwelt- und Klimaschutz – für Menschen, Tiere und natürliche Lebensgrundlagen im nördlichen Osnabrücker Land.

6 Ehrenamtliche Einsatzkräfte stellen die Staffel im operativen Einsatz dar. Dazu gehören:

  • 1 Einheitführer/in
  • 1 Bootsführer/in
  • 2 Wasserretter
  • 2 Wasserrettungshelfer

2 Minuten soll es nach unserem neuen Konzept dauern, bis unsere Einsatzkräfte nach Ankunft an der Einsatzstelle mit dem Boot im Wasser sind.

90 % unserer lokalen Einsatzfahrten lassen sich in unter 50 Kilometern bewältigen.

Die Herausforderung

Menschen retten. Umweltschäden früh begrenzen.

Die Wasserrettung verfügt über starke Kompetenzen zur Menschenrettung. Für klimabedingte Flächenlagen braucht es darüber hinaus eine Einheit, die schnell in schwer zugängliche Gebiete gelangt und Umweltgefahren bereits während des Ereignisses bekämpft.

Platzregen, Sturzfluten und übertretende Flüsse erfordern eine Einheit, die innerhalb weniger Minuten ausrücken und ihr Boot schnell zu Wasser bringen kann.

Überflutete Straßen, Felder und Siedlungsbereiche erschweren den Zugang. Unsere Strömungs- und Wasserrettungskompetenz macht es möglich, Personal und Material dennoch an den Einsatzort zu bringen.

Ölsperren, Bindemittel, Auffang- und Abdichtsysteme sollen verhindern, dass kleine Leckagen zu großflächigen Umweltkatastrophen werden.

Geplante Anschaffungen

Drei Bausteine für eine leistungsfähige Staffel

Die Ausstattung ist konsequent auf schnelle Einsatzbereitschaft, Mehrfachnutzen, Reparierbarkeit und einen möglichst klimafreundlichen Betrieb ausgerichtet.

Klimaschonendes Einsatzfahrzeug

Beschafft werden soll ein Ford Transit Custom PHEV. Das Fahrzeug wird in Eigenleistung zum Einsatzfahrzeug ausgebaut. Lokale Fahrten können überwiegend elektrisch erfolgen. Die vereinseigene PV-Anlage liefert die nötige Energie..

Nachhaltiges Motorrettungsboot

Das robuste Mehrzweckboot des Typs Pioner Multi III aus recycelbarem LLDPE eignet sich für Hochwasser, Evakuierungen und Materialtransporte. Die Bugklappe erleichtert die Aufnahme von Personen, Tieren und sperriger Ausrüstung.

Spezial- und Einsatzmaterial

Zur Beladung gehören Rettungsmittel, persönliche Schutzausrüstung, Funk- und Beleuchtungstechnik sowie Ölsperren, Bindemittel, Abdicht- und Auffangsysteme für Umweltgefahren.

Die Wirkung

Ein Projekt, das mehrfach schützt

Unser Klimagefahrenstaffel soll nachhaltig für Sicherheit sorgen - und dabei selbst nachhaltig sein.

Schnelle Evakuierung und Versorgung in überfluteten sowie schwer zugänglichen Bereichen.

Die multifunktionale Bootskonfiguration ermöglicht vielfältige Transport- und Rettungsaufgaben. Mit seiner Bugklappe eignet sich das Boot zum Personentransport ebenso wie zum Einsatz von Tauchern.

Schadstoffe können möglichst nah an ihrer Quelle gebunden, aufgefangen oder abgeschirmt werden und gelangen so erst garnicht in die Umwelt.

Ausbildung, gemeinsamer Fahrzeugausbau und moderne Aufgabenfelder binden und gewinnen Einsatzkräfte. 

Darüber hinaus bieten die neuen Einsatzmittel deutlich verbesserte Bedingungen für unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte.

Klimafreundlich und zukunftsfähig

Gefahren bekämpfen, ohne die Ursache aus dem Blick zu verlieren

Auch der Bevölkerungsschutz verbraucht Ressourcen. Deshalb setzen wir bei der Beschaffung auf einen elektrifizierten Antrieb, erneuerbaren Ladestrom, einen kreislauffähigen Bootswerkstoff und langlebige Ausbaulösungen.

Elektrische Kurzstrecken: Der Einsatzalltag im Nahbereich kann weitgehend vollelektrisch und emissionsfrei erfolgen. Das spart klimaschädliches CO2 ein und erhöht unsere Einsatzbereitschaft.

Strom aus eigener Photovoltaik: Die Ladeinfrastruktur soll erneuerbare Energie aus der PV-Anlage des Rettungs- und Bildungszentrum nutzen. Damit bewältigen wir 90 % der Strecken vollelektrisch.

Recycelbares HDPE: Das Rettungsboot ist robust, reparierbar und am Ende seiner Nutzungsdauer stofflich verwertbar. So setzen wir schon während der Beschaffung auf die Kreislaufwirtschaft.

Eigenleistung: Der modulare Ausbau spart Kosten, stärkt Fachkenntnis und erleichtert spätere Anpassungen. So bleiben wir für die Zukunft flexibel aufgestellt.

Unser Anspruch

Wir möchten nicht erst reagieren, wenn große Schäden für Mensch, Tier und Umwelt bereits entstanden sind. Unsere Klimagefahrenstaffel soll die Belastungen bei der Beschaffung und beim Betrieb unseres Einsatzmaterials so gering wie möglich halten.

Fragen und Antworten (FAQ)

Das Wichtigste auf einen Blick

Eine speziell ausgestattete Wasserrettungseinheit, die klassische Menschenrettung mit Umweltgefahrenabwehr und einer möglichst klimafreundlichen Einsatztechnik verbindet.

Der Schwerpunkt liegt im nördlichen Osnabrücker Land. Bei größeren Schadenslagen kann die Staffel auch überregional unterstützen.

Die meisten der von uns gefahrenen lokalen Strecken sind kurz und können rein elektrisch bewältigt werden. Gleichzeitig bleibt die Reichweite für längere Einsatz- und Unterstützungsfahrten erhalten.

Ölsperren, Bindemittel sowie Auffang- und Abdichtsysteme sollen verhindern, dass ausgetretene Schadstoffe Gewässer, Böden und sensible Biotope großflächig belasten.

Wir werden unterstützt

Unsere Förderer und Unterstützer

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